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Informationsbüro für Psychotherapie & Alternativen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Verhaltenstherapie (VT)VESUV-Standardtext (Kurzfassung) Begriff: Die Verhaltenstherapie (VT) ist ein psychologisch
begründetes Verfahren und überwiegend gesprächs- und verhaltensorientiert. Geschichte: Die VT entstand in den 50er Jahren in den
USA. Schwerpunktmäßig wurde das Verfahren in Südafrika,
England, den USA und Deutschland weiterentwickelt. Als psychotherapeutisches
Verfahren war die VT zunächst noch sehr eng an Erkenntnissen der
experimentellen Psychologie und den daraus abgeleiteten Lerntheorien orientiert
und beinhaltete ein eher mechanistisch geprägtes Menschenbild. Mit
zunehmender Bedeutung der sozialen Lerntheorien in den 60er Jahren rückte
der Einfluß der sozialen Umwelt für menschliches Verhalten
stärker in ihren Blickpunkt. Mit der sogenannten kognitiven Wende
der VT in den 70er Jahren traten Gedanken, Gefühle, Selbstkontrolle
und Problemlösungsverhalten in den Mittelpunkt der Erklärungsansätze.
Inzwischen haben sich in der deutschen VT sozial-kognitive Ansätze
weitgehend durchgesetzt. Ziele: Heilung einer Vielzahl seelischer und psychosomatischer
Erkrankungen (allgemeine und spezifische Ängste, Phobien, Zwänge,
Depressionen, psychosomatische Störungen, chronische psychiatrische
Erkrankungen, sexuelle Störungen, Suchterkrankungen wie Alkohol-
und Medikamentenabhängigkeit, geistige Behinderung und psychische
Störungen des Kindes- und Jugendalters); verbesserte Selbstwahrnehmung,
-kontrolle und Eigensteuerung; Einsicht in den Zusammenhang der Probleme;
Stärken eigener Fähigkeiten und Anleiten zu selbständiger
Problembewältigung. Vorgehensweise: Die VT wird sowohl als Einzel- wie als
Gruppentherapie angeboten. Zu Beginn der Therapie versucht die TherapeutIn
mit dem diagnostischen Hilfsmittel der Verhaltensanalyse das Problem der
KlientIn zu verstehen. Hierbei wird die Lebensgeschichte als eine Lerngeschichte
aufgefaßt, in deren Verlauf die KlientIn ein Verhalten erlernt hat,
das ihr zum Problem geworden ist. Nach Klärung der Behandlungsziele
und verbindlicher Absprache eines Arbeitsbündnisses (Therapievertrag)
wird zwischen TherapeutIn und KlientIn ein Behandlungsplan abgestimmt. Theorie: Die Theorie der VT ist psychologisch begründet.
Unterschiedliche theoretische Ansätze führten dazu, daß
die VT bis heute ein nur bedingt einheitliches Bild bietet. Mittlerweile
wird der Begriff "Verhalten" in aller Regel umfassender als
in den "Gründerzeiten" definiert. Neben dem von außen
beobachtbaren, objektivierbaren Verhalten und den zeitgleich ablaufenden,
nachweisbaren körperlichen Reaktionen wird nunmehr auch nicht unmittelbar
beobachtbares und nachweisbares "Verhalten" wie Gefühle,
Gedanken, Einstellungen, Motive und Bewertungen in die verhaltenstherapeutische
Analyse einbezogen. Ethische Unbedenklichkeit: Ziele und Vorgehensweise
widersprechen nicht humanen Grundsäzen. Die heute meist praktizierte,
sozial-kognitiv orientierte VT will Einsicht in Problemzusammenhänge
vermitteln und die Fähigkeit zu eigenständiger Problemlösung
fördern. Sie orientiert sich an den Zielen der KlientInnen und strebt
Selbstbestimmung und Emanzipation an. Erprobtheit und Risiken: Es gibt unseres Wissens keine spezifischen Risikostudien. Von daher können über Gefahren, Risiken und Gegenanzeigen keine zuverlässigen Aussagen gemacht werden. Das Verfahren muß deshalb - trotz einer Vielzahl von Wirksamkeitsuntersuchungen - als nur begrenzt erprobt angesehen werden. Wirksamkeit: Eine Fülle kontrolliert wissenschaftlicher Untersuchungen belegt die Wirksamkeit bei Angststörungen, Phobien (z.B. Platzangst), Zwängen, neurotischen Depressionen und einer Vielzahl psychosomatischer Störungen. Auch beim Aufbau sozialer Kompetenz, bei der Änderung von Einstellungen und Verhalten und bei der rationalen Problembewältigung ist die Wirksamkeit der VT eindeutig nachgewiesen. Zusammenfassung: Ethisch vertretbar. Begrenzt erprobt. Mit ausreichendem Wirkungsnachweis für die Behandlung verschiedenster psychischer Störungen. Mit geregelten, heilkundlichen Ausbildungsgängen. Verwendete Literatur:
Web-Adressen zum Thema: AnbieterInnen-Verbände:
AutorIn: J. Pieper (1994), überarbeitet (2002) - Text: vp_vt4b - Aktualisiert: 25.09.02
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