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Informationsbüro für Psychotherapie & Alternativen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Analytische Psychologie nach JungVESUV-Standardtext (Kurzfassung) Begriff: Die Analytische Psychologie nach Jung ist ein
Verfahren, auf psychologischer und ganzheitlich-spiritueller Grundlage,
das sowohl gesprächsorientiert als auch darstellend-kreativ ist.
Mit Kindern ist das Verfahren spielorientiert. Geschichte: Die Analytische Psychologie wurde von dem Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung (1875-1961) in Abgrenzung zur Psychoanalyse Freuds entwickelt. Jung war von 1907 bis 1913 ein Schüler und Freund Freuds. Daneben war er stark beeinflußt durch die mittelalterliche Mystik, die Alchimie, die Philosophie der Romantik, das Christentum und durch östliche Philosophien. Im Gegensatz zur Psychoanalyse Freuds fand die Analytische Psychologie nie eine große Verbreitung. In Deutschland wurde erst 1971 das erste C.G. Jung-Institut (Stuttgart) gegründet. Erst mit dem Esoterik-Boom der letzten Jahre werden die Gedanken Jungs populärer. Allerdings gibt es nur wenige ausgebildete TherapeutInnen in analytischer Psychologie. Ziele: Heilung von psychischen Störungen aller
Art. Individuation ist das zentrale Ziel - dies bedeutet Selbstverwirklichung,
Selbstwerdung, Bewußtseinserweiterung, Entfaltung aller Fähigkeiten/Anlagen/Möglichkeiten,
Ganzwerdung. Sinnfindung. Vorgehensweise: Die Analytische Psychologie wird überwiegend
als Einzeltherapie angeboten, daneben aber auch als Gruppen-, Paar- und
Familientherapie. In der Einzeltherapie sitzen sich KlientIn und TherapeutIn
in der Regel gegenüber. Angestrebt wird ein Dialog zwischen beiden
als gleichberechtigten PartnerInnen und eine tiefe menschliche Begegnung.
Die TherapeutIn wird aber auch als Belehrende und "SeelenführerIn"
verstanden. Es gibt keine Festlegung auf bestimmte Techniken, sondern
die jeweilige Methode soll der speziellen Situation der einzelnen KlientInnen
angepaßt werden. Allerdings steht die Arbeit mit Träumen, Phantasien,
Imaginationen häufig im Mittelpunkt. Träume können erzählt,
meditiert und durch Vorstellungen ergänzt werden. Die TherapeutIn
regt auch zum kreativen Umgang mit Traum- oder Phantasieinhalten an (z.B.
durch Malen, Modellieren, Tanzen). Die TherapeutIn kann selbst aktiv werden,
indem sie ihre Ideen/Gefühle zu den Äußerungen der KlientIn
spontan ausdrückt und vor allem auch die Träume der KlientIn
durch Wissen aus Mythologie und Symbolkunde anreichert (Amplifikation). Theorie: Es wird von der grundsätzlichen Ganzheit und Polarität des Menschen ausgegangen. Neurosen werden gesehen als Ausdruck der Unfähigkeit des Menschen, sich als Ganzheit zu akzeptieren. Das Selbst gilt als der Kern des Menschen, mit der angeborenen Fähigkeit zur Entfaltung der Individualität. Psychische Störungen bedeuten in diesem Sinn eine Hemmung der natürlichen Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung. Jung versteht Neurosen als "Leiden der Seele, die ihren Sinn nicht gefunden hat". In der Therapie soll die Sinnhaftigkeit der Krankheitssymptome und des Leidens für die KlientIn verstehbar und annehmbar gemacht werden. Ursachen von psychischen Störungen können von der Zeugung bis zum Tod in allen Lebensphasen liegen. Neben Ursachen in der individuellen Lebensgeschichte und in der gesellschaftlichen und kulturellen Situation gibt es auch Lebenskonflikte, die alle Menschen bewältigen müssen: die sogenannten archetypischen Probleme. Deshalb wird die KlientIn in der Analytischen Psychotherapie mit archetypischen Lösungswegen, wie sie in Mythen oder Märchen aufgezeigt werden, in Kontakt gebracht. Heilung soll durch Individuation erreicht werden. Individuation geschieht über Bewußtmachung und Integration bislang unbewußter polarer Persönlichkeitsanteile wie z.B. dem sogenannten Schatten als negativem oder dem Animus bzw. der Anima als gegengeschlechtlichen Anteil. Ethische Unbedenklichkeit: Ziele und Vorgehensweise widersprechen nicht humanen Grundsätzen. Erprobtheit, Risiken und Wirksamkeit: Es gibt unseres
Wissens keine kontrolliert-wissenschaftlichen Untersuchungen zur Analytischen
Psychotherapie nach Jung. Von daher können keine zuverlässigen
Aussagen über Risiken, Gegenanzeigen und Wirksamkeit gemacht werden.
Das Verfahren muß deshalb - trotz der Anerkennung durch die Krankenkassen
- als unerprobt und ohne ausreichenden Wirksamkeitsnachweis angesehen
werden. Zusammenfassung: Ethisch vertretbar. Unerprobt. Ohne ausreichenden Wirkungsnachweis. Mit heilkundlichen Ausbildungsgängen. Verwendete Literatur:
Web-Adressen zum Thema: AnbieterInnen-Verbände:
AutorIn: C. Webinger (1994), überarbeitet (2002) - Text: vw_tpj2-b - Aktualisiert: 10.10.02
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