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Therapieverfahren
Verfahren gibt es wie Sand am Meer: Nach eigenen Untersuchungen allein
im Kölner Raum, je nach Zählweise, zwischen 50 und 350. Aber
nur wenige werden von den Krankenkassen bezahlt. Welche Verfahren sind
gut? Welche wirksam? Gibt es Risiken und Nebenwirkungen?
Auf den folgenden Seiten können Sie sich einen Überblick über
die wichtigsten Verfahren verschaffen. Beachten Sie dazu bitte auch unsere
Hilfe zur Auswahl von Verfahren.
Was sollten Ihre wichtigsten Kriterien bei der Auswahl
eines Verfahrens sein?
- Risiken und Nebenwirkungen (Erprobtheit): Was auch
immer sonst für oder gegen ein Verfahren spricht - es sollte Sie
nicht schädigen und keine schwerwiegenden Nebenwirkungen haben.
Leider gibt es zu diesem Punkt kaum gesicherte Informationen. Noch immer
nicht, muß man sagen. Umso wichtiger sind einzelne Hinweise und
Fallberichte zu Schädigungen - die sollten Sie aufhorchen lassen.
- Ethische Unbedenklichkeit: Das ausgewählte Verfahren
sollte ethisch unbedenklich sein: Es darf nicht darauf angelegt sein,
Sie abhängig von seiner Inanspruchnahme zu machen. Es sollte darauf
ausgerichtet sein, die Rechte seiner KlientInnen auf Menschenwürde
und Respekt zu achten. Es sollte bezwecken, Selbstbestimmung und Selbsthilfe
nachhaltig zu fördern. Dazu gehört eine Theorie, die das fordert,
eine Ausbildung, die sensibilisiert, eine Praxis mit Supervision, und
ein Fehler- und Beschwerdemanagement, daß nicht der Abwehr von
Klagen dient, sondern der Beseitigung von Mängeln.
Es ist außerordentlich schwer, hinsichtlich dieses Punkts eine
Einschätzung der Verfahren und vor allem der Verfahrenswirklichkeit
abzugeben. Achten Sie auf unsere kritischen Anmerkungen: Die sollen
Sie vor Gefahren warnen - die womöglich, weil sie gewarnt sind,
gar nicht eintreten.
- Wirksamkeit: Das ausgewählte Verfahren sollte
nachgewiesenermaßen wirksam sein. Genau genommen, sollte das Verfahren
hinsichtlich Ihres Problems wirksame Abhilfe erwarten lassen.
Auch ein Therapieverfahren, über dessen Wirksamkeit vielfache Nachweise
vorliegen, muß aber nicht für Ihr Problem geeignet sein.
Abgesehen davon, daß Angaben zur Wirksamkeit eines Verfahrens
immer statistische Angaben sind (sie treffen häufig zu,
aber nicht in jedem Fall): Therapieverfahren sind nicht hinsichtlich
aller Störungen und Erkrankungen gleich wirksam - womöglich
sind sie es hinsichtlich Ihres Problems gar nicht, oder sie sind gar
schädlich. Die Forschung zu diesem Bereich ist allerdings leider
bei weitem nicht so weit fortgeschritten, wie KlientInnen es sich wünschen
würden. Achten Sie auf unsere entsprechenden Hinweise.
Schließlich: Zu vielen Verfahren, zum Beispiel aus dem ganzheitlich-spirituellen
Bereich, gibt es überhaupt keine Wirksamkeitsuntersuchungen.
Das bedeutet nicht, daß sie unwirksam oder schädlich sind
- »mensch weiß nur nichts Genaues nicht«. Leider bleibt
aber ein ernsthaftes Problem im Verlauf einer unwirksamen Therapie nicht
einfach wie es war - es verschlimmert sich vielfach durch die ausbleibende
Gegensteuerung. Sie sollten deshalb in schweren Fällen vorsichtshalber
auf eine Inanspruchnahme von Verfahren verzichten, für deren Wirksamkeit
es keine Nachweise gibt.
- Pässigkeit: Das Verfahren, das Sie auswählen,
sollte zu Ihnen passen. Wenn Sie zum Beispiel unüberwindbare Bedenken
oder Aversionen gegen die Vorgehensweise und/oder Theorie eines Verfahrens
haben, kann es seine Wirkung nicht voll, womöglich auch gar nicht
entfalten. In diesem Fall nützt Ihnen das wirksamste, ethisch unbedenklichste
und risikoärmste Verfahren gar nichts. Aber hören Sie gut
in sich hinein: Vielleicht haben Sie »nur« Vorurteile und
würden sich bei näherem Hinsehen mit dem »schrecklichen«
Verfahren anfreunden können, wer weiß...
Setzen Sie sich mit den in Frage kommenden Verfahren auseinander, informieren
Sie sich genau - ob es pässig für Sie ist, können letztlich
nur Sie selbst beurteilen.
- Die richtige AnbieterIn: Sie suchen natürlich
nicht nur ein Verfahren, sondern auch die richtige AnbieterIn. In unserer
Hilfe zur Auswahl von AnbieterInnen
geben wir dazu Hinweise.
Darüber hinaus haben wir eine Literaturliste
für Ratsuchende zusammengestellt (PDF-Datei, 42 KB). Es handelt
sich um einführende Texte zu den oben angeschnittenen, und anderen
wichtigen Themen aus dem Bereich Psychotherapie und Alternativen.
AutorIn: H.D. - Text: therapie.sdw - Aktualisiert:
28.03.05
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