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Informationsbüro für Psychotherapie & Alternativen | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die fünf TibeterVerfahrens-Kurzübersicht Begriff: Bei den Fünf Tibetern handelt es sich
um ein ganzheitlich-spirituelles, körperorientiertes Verfahren, das
im Wesentlichen aus der Anwendung von fünf Körper- bzw. Energieübungen
besteht. Ziele: Gesundheit, Vitalität, körperliches und geistiges Wohlbefinden, Stimulation aller den Körper regulierenden Systeme, Verjüngung von Körper und Geist, Bewußtseinserhöhung, Hebung des Energieniveaus. Geschichte: In seinem erstmals 1939 in den U.S.A. erschienenen Buch beschreibt Peter Kelder sein Wissen über fünf angeblich uralte tibetische Riten. Kelder beruft sich auf einen pensionierten Offizier der Britischen Armee, der die Riten bei einem Aufenthalt in einem tibetischen Kloster gelernt hat. Durch die Anwendung der Übungen und das Leben im Kloster hatte der Offizier sich angeblich um Jahre verjüngt. Seit Anfang der 90er Jahre ist die Neuauflage des Buches von Peter Kelder in Deutschland ein Bestseller. Vorgehensweise: Es gibt fünf verschiedene Übungen,
die einmal täglich in einer festen Reihenfolge hintereinander durchgeführt
werden. Bei der ersten Übung sollen die Übenden aufrecht stehen,
die Arme ausbreiten und sich bis zum Auftreten eines leichten Schwindelgefühls
um sich selbst drehen. Die übrigen Übungen erinnern an einfache
Yoga-Stellungen. Es handelt sich in erster Linie um Bewegungen und Dehnungen
der Wirbelsäule. In der ersten Woche soll jede Übung dreimal
wiederholt werden, jede Woche steigt die Anzahl der Wiederholungen um
zwei Übungen bis zu 21 Mal. Eine genaue Beschreibung der Übungen
befindet sich in Peter Kelders Buch. Theorie: Die Theorie beruht auf der östlichen Vorstellung von den Chakren. Durch die Durchführung der Übungen soll die Drehgeschwindigkeit der sieben Chakren oder Energiewirbel gesteigert werden. In einem gesunden Körper dreht sich jeder dieser Energiewirbel mit hoher Geschwindigkeit, sodaß die Lebensenergie frei fließen kann. Wenn einer oder mehrere Wirbel anfangen, sich langsamer zu drehen, dann ist die Lebensenergie behindert, oder blockiert - das ist eine andere Bezeichnung für Altern und Krankheit. Indem die Energiezentren durch die Übungen dazu gebracht werden sollen, sich wieder normal zu drehen, soll Jugend und Gesundheit wiederhergestellt werden. Eine eher naturwissenschaftliche Ergänzung zu dieser Theorie besagt, daß durch die Durchführung der Übungen die Ausschüttung des "Todeshormons" gehemmt werden soll. Auf die Existenz eines "Todeshormons" gibt es allerdings bisher keine überzeugenden Hinweise. Ethische Unbedenklichkeit: Ziele und Vorgehensweise widersprechen nicht humanen Grundsätzen. Die Übungen sollen der Selbstregulierung und Selbstheilung dienen. Sie sind als solche unbedenklich. Die teilweise unhaltbaren Versprechungen der AnbieterInnen, z. B. auf ewiges Leben, sind bedenklich, auch wenn davon ausgegangen werden kann, daß die meisten NutzerInnen nicht daran glauben. Erprobtheit, Risiken und Wirksamkeit: Es liegen keinerlei wissenschaftlichen Untersuchungen zu den "Tibetern" vor, deshalb können keine zuverlässigen Aussagen über Nebenwirkungen und Risiken sowie über die Wirkungsweise gemacht werden. Von den AnbieterInnen wird allerdings bei Schilddrüsen- oder Rückenproblemen vor der Selbstanwendung der Übungen gewarnt. Eine Reihe subjektiver Erfahrungsberichte spricht von positiven Wirkungen hinsichtlich der angegebenen Ziele. Das Verfahren muß insgesamt als unerprobt und ohne ausreichenden Wirkungsnachweis angesehen werden. Gesamtbewertung: Ethisch mit Einschränkungen
vertretbar. Da die "Fünf Tibeter" als unerprobt
und ohne ausreichenden Wirkungsnachweis gelten müssen, sollten
Personen mit psychischen Störungen von Krankheitswert vorsichtshalber
auf die Anwendung verzichten. Einführende Literatur:
AutorIn: C. Webinger (1995), überarbeitet (2002) - Text: vw_5tb2-b - Aktualisiert: 29.10.02
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