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Informationsbüro für Psychotherapie & Alternativen | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Feministische PsychotherapieVESUV-Standardtext (Kurzfassung) Begriff: Feministische Psychotherapie ist kein spezielles
Therapieverfahren. Auf der Grundlage einer feministischen Werthaltung
der Therapeutinnen werden Methoden und Techniken verschiedenster Therapieformen
angewendet. Geschichte: Die Feministische Psychotherapie entwickelte sich in den 70er Jahren in den USA in enger Verbindung mit der politischen Frauenbewegung. Anfangs stand der Selbsthilfeaspekt und die Kritik der herkömmlichen patriarchalen Therapieformen und der Diskriminierung von Frauen im Rahmen von Psychotherapie, Psychologie und Psychiatrie im Vordergrund. Die Feministische Therapie ist aus den feministischen Frauengesprächs- und Selbsthilfegruppen sowie den in den 70er Jahren populären feministischen C-R-Gruppen (Consciousness-Raising-Gruppen, dt.: Bewußtseinserweiterungsgruppen ) entstanden. Feministische Psychotherapie wird in der BRD seit etwa 1977 überwiegend in Frauenberatungsstellen, Frauentherapie- und Frauengesundheitszentren angeboten und weiterentwickelt. Zunehmend arbeiten aber auch Therapeutinnen in freien Praxen und in Institutionen (Kliniken, Beratungsstellen) auf der Grundlage der Feministischen Therapie. Zur Vernetzung feministischer Therapeutinnen findet in der BRD jedes Jahr ein Feministischer Therapiekongreß statt. Ziele: Verringerung des subjektiven Leids bei gleichzeitiger
Bewußtheit über die gesellschaftlichen Ursachen von Leid oder
Symptomen; Steigerung von Selbstwert, Autonomie, Eigenverantwortung, Stärke;
Förderung des Selbsthilfepotentials der Klientinnen; Entwicklung
von Frauenbezogenheit, Frauenkultur und Frauenmacht. Vorgehensweise: Feministische Psychotherapie wird als
Gruppen-, Einzel- oder Paartherapie (Frauenpaare) angeboten. Es gibt keine
einheitliche Vorgehensweise, da feministische Psychotherapeutinnen unterschiedliche
therapeutische Methoden anwenden. Besonders häufig werden humanistische
Therapiemethoden (Gestalttherapie,
Gesprächspsychotherapie,
Psychodrama) angewendet, aber auch Körper- und Kreativtherapien sowie
tiefenpsychologische,
ganzheitlich-spirituelle oder verhaltenstherapeutische
Ansätze. Entscheidend ist dabei, daß bestehende Therapieverfahren
nicht einfach übernommen werden, sondern daß sie gründlich
hinsichtlich Frauenfeindlichkeit überprüft und falls nötig
modifiziert oder ergänzt werden, damit sie mit den Werten und Zielen
Feministischer Therapie vereinbar sind. Theorie: Die Theorien über die Entstehung und Veränderung
psychischer Störungen und Defizite unterscheiden sich je nach therapeutischer
Ausrichtung der einzelnen feministischen Therapeutinnen. Ethische Unbedenklichkeit: Ziele und Vorgehensweise
widersprechen nicht humanen Grundsätzen. Die feministische Werthaltung
hat einen hohen ethischen Anspruch. Es sollen in der Feministischen Therapie
nur solche therapeutischen Methoden und Techniken angewendet werden, die
mit dieser Werthaltung vereinbar sind. Machtmißbrauch, Manipulation
sowie jede Form der Diskriminierung von Frauen und Lesben werden in der
Feministischen Therapie reflektiert und abgelehnt. Erprobtheit & Risiken: Es gibt unseres Wissens keine
spezifischen Risikostudien. Von daher können über Gefahren,
Risiken und Gegenanzeigen keine zuverlässigen Aussagen gemacht werden.
Hinsichtlich möglicher Risiken ist die Feministische Therapie nicht
ausreichend erprobt. Wirksamkeit: Es gibt kaum kontrolliert wissenschaftliche
Untersuchungen zur Wirksamkeit der Feministischen Therapie. In einer Untersuchung
wurde nachgewiesen, daß Feministische Therapie gleichermaßen
wirksam ist für feministische wie für nichtfeministische Klientinnen;
traditionelle (d.h. nichtfeministische Therapie) erwies sich dagegen als
weniger wirksam für feministische Klientinnen als für nichtfeministische
Klientinnen. Untersuchungsergebnisse zur Wirksamkeit der C-R-Gruppen können
einen indirekten Hinweis auf die Wirksamkeit von Feministischer Gruppentherapie
geben: Frauen die an C-R-Gruppen teilnahmen, gewannen stärkeres Selbstbewußtsein,
höhere Selbstachtung, mehr Bewußtsein über die Auswirkung
der traditionellen Frauenrolle und des Sexismus auf ihr Leben, bessere
Beziehungen und mehr Solidarität mit anderen Frauen, positivere Zukunftsvorstellungen
und ein stärkeres Engagement für Fraueninteressen. Die Wirksamkeit
der Feministischen Therapie ist bisher nicht ausreichend nachgewiesen. Zusammenfassung: Ethisch vertretbar. Nicht ausreichend
erprobt. Ohne ausreichenden Wirkungsnachweis. Mit geregelten Ausbildungsgängen. Verwendete Literatur:
Web-Adressen zum Thema: AnbieterInnen-Verbände:
AutorIn: C. Webinger (1994), überarbeitet (2002) - Text: Vw_fem4-b - Aktualisiert: 25.10.02
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