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Meinungen & Berichte
Berichte, Meinungen und Nachrichten sind wichtig, um die Welt zu verstehen
- und sei es eine so verhältnismäßig kleine Welt, wie
die von Psychotherapie und Alternativen. Kommentare und Glossen schließlich
bündeln unsere Sicht der Dinge und setzen Highlights.
Was Sie an dieser Stelle erwarten können?
Wie kann sowas aussehen? Nehmen wir ein aktuelles Beispiel (Februar 2005):
Gesprächspsychotherapie und grüne Eier
Die Nachricht ist:
Die wissenschaftliche (klientenzentrierte) Gesprächspsychotherapie
ist immer noch nicht als »Richtlinienverfahren « der gesetzlichen
Krankenversicherung anerkannt worden. Der Dachverband für Verhaltenstherapie
(DVT) spricht der Gesprächspsychotherapie jeglichen Wert für
die psychotherapeutische Versorgung ab.
Zum Hintergrund, der in einem Bericht dargestellt und
ausgeführt werden müßte:
- Psychotherapieverfahren müssen wirksam sein und weitere Kriterien
erfüllen, damit sie als »Richtlinienverfahren « zugelassen
werden können
- Seit Jahren liegen alle Beweise vor, daß die klientenzentrierte
Gesprächspsychotherapie ein wirksames Therapieverfahren ist, das
die Zulassungskriterien erfüllt.
- Es geht bei der jetzigen Diskussion nicht um die mittlerweile unbestrittene
Tatsache der Wirksamkeit der Gesprächspsychotherapie, sondern darum,
wer am »Futtertrog« der kassenpsychotherapeutischen Versorgung
teilhaben darf und ob durch eine Zulassung neue Kosten im Gesundheitsbereich
entstehen.
Ein (Kurz-) Kommentar, der zu diesem Vorgang geschrieben
werden könnte:
Wer nicht will, daß die Gesprächspsychotherapie als »Richtlnienverfahren«
anerkannt wird, weil er zurecht oder zu unrecht befürchtet, daß
die Kosten für kassenfinanzierte psychotherapeutische Leistungen
weiter steigen, oder weil er um seine »Pfründe« fürchtet,
sollte dies auch sagen. Ob die »psychotherapeutische Versorgung«
durch die Zulassung der Gesprächspsychotherapie verbessert wird
oder nicht, mögen verschiedene Institutionen aus ihrem Blickwinkel
unterschiedlich sehen - die Psychotherapie-KlientInnen, um deren Versorgung
es hier geht, werden den ganzen Vorgang nur mit Kopfschütteln betrachten
und auf das Wunder einer Erleuchtung hoffen.
Und die Glosse zum gleichen Thema:
Stellen Sie sich mal vor, ein Ei müßte grün sein, innen
wie außen, damit es ihnen mundet und bekommt. Unterstellen wir,
Sie haben eine Richtlinie erarbeitet, die genau definiert, wie ein grünes
Ei beschaffen sein muß - damit niemand Ihnen gelbe Eier liefert
und behauptet, sie seien grün, jedenfalls ziemlich grün. Nehmen
wir weiter an, Sie haben drei Produzenten, die Ihnen grüne Eier
liefern - na gut, die einen sind gesprenkelt, die anderen blaßgrün
und die dritten eher moosig.
Sagen wir, der Bauer nebenan müht sich ab und müht sich ab,
damit er mit Ihnen ins Geschäft kommt. Also versucht er, grüne
Eier zu produzieren. Stellen wir uns vor, er schafft's tatsächlich:
grüne Eier, lindgrün. Und jetzt will er sie Ihnen liefern.
Nun sagen Sie aber nicht etwa: »Danke. Prima, daß ich endlich
meine grünen Eier kriege...«
Erst behaupten Sie, die Eier seien ja gar nicht grün. Dann weisen
Sie darauf hin, daß Ihnen der Verzehr der vielen Eier zu teuer
kommt. Dann erklären Sie, es würden ohnehin zuviele Eier produziert.
Und schließlich, als sie den unverständigen Blick bemerken,
kommt's raus: Sie mögen überhaupt keine Eier, vor allem keine
lindgrünen...
Was glauben Sie, wie der Bauer das findet?
Sehen Sie, jetzt verstehen Sie, wie es den GespächspsychotherapeutInnen
geht. Übrigens ich, also ich persönlich, mag nur ganz normale
Eier. Mit brauner Schale. Von glücklichen Hühnern. Nur, daß
Sie nicht denken...
AutorIn: Heiko Deters - Text: meinungen-und-berichte.sdw
- Aktualisiert: 27.02.05
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